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Obgleich die Schneeglöckchen (Galanthus) aufgrund ihrer dünnen Außenhaut sehr zerbrechlich wirken, sind sie es, die die neue Gartensaison einläuten

Die Narzisse hat ihren Ursprung im Mittelmeerraum. Der griechischen Mythologie nach soll sich der Jüngling Narziss in Eigenliebe regelrecht verzehrt und sich letztlich in eine Dichternarzisse (Narcissus poeticus) verwandelt haben. Die Hybride ‘Ice Follies’ gehört zu den zeitig Blühenden und bevorzugt einen sonnigen Standort

Den ungezwungenen natürlichen Charme einer frühlinghaften Blumenwiese erreicht, wer Krokuszwiebeln (Crocus vernus) über den Rasen wirft und dort, wo sie zum Liegen kommen, mit einer Schaufel den Boden inklusive Grassode leicht anhebt und die Zwiebel einpflanzt

Traubenhyazinthen (Muscari botryoides) können auch im November noch gesetzt werden. Oft vermehren sie sich im Laufe der Zeit zu himmelblauen Blütenteppichen



Ganz und gar nicht dünnhäutig –


Blumenzwiebeln lieben kühle Herbsttage


Schneeglöckchen oder Krokus, Narzisse oder Tulpe, sie alle haben eins gemeinsam: sie gehören zu den ersten Frühlingsboten, die die Natur zu bieten hat. Ob in Reihen gepflanzt, zu Mustern arrangiert oder einfach Ton in Ton gehalten, Möglichkeiten gibt es viele, den Garten im Frühjahr in ein Farbenmeer zu verwandeln.



Mit Ende des Sommers wird es Zeit, den frühen Auftritt der kleinen Großen richtig zu planen, denn wer dieses Erlebnis im nächsten Jahr genießen möchte, sollte jetzt im Herbst Vorsorge treffen. Dann mischt sich in die manchmal schon recht stürmischen Tage bereits ein Hauch von Frühling.


Frühlingserwachen in Pastell

Wenn durch das noch unbelaubte Geäst der Bäume und Sträucher die Frühlingsonne ungehindert den Boden berühren und schon genügend erwärmen kann, sind sie es, die die Gunst der Stunde nutzen. Tapfer kämpfen sie sich durch manchmal noch schneebedeckte Böden den ersten wärmenden Sonnenstrahlen entgegen. Mit unaufdringlicher Leichtigkeit begrüßen Märzenbecher und Frühlingsstern bereits dann die Saison, wenn andere noch im Winterschlaf vom Sommer träumen. […]
Ab September kann mit dem Pflanzen begonnen werden. Jetzt ist die Auswahl in den Märkten am größten und Sie haben noch gut in Erinnerung, welche Stellen im Garten um- oder neugestaltet werden könnten. Bis zum Frosteinbruch sollten die Blumenzwiebeln dann ihr Plätzchen im Garten gefunden haben. Während der nun folgenden kalten Ruhemonate haben die Zwiebeln genügend Zeit zum Einwurzeln, bis dann im kommenden Frühjahr der stark gestauchte Blütenstiel sich den Weg nach Licht und Wärme sucht.
Da sie vor dem Austrieb und nach der Blüte regelrecht von der Garten-Bildfläche verschwunden sind, gelten Zwiebelblumen gemeinhin als pflegeleicht. Wenn nur einige wenige aber wichtige Punkte beachtet werden, ist ihr Pflanzen durchaus kein Hexenwerk, auch wenn sie uns im Frühjahr scheinbar verzaubern. […]


Die Pflanzung – Tiefe und Abstand entscheiden

Frühblüher mögen’s gesellig: in einzelne oder mehrere Gruppen gepflanzt wirken sie nicht verloren. Doch sollte der Abstand zur Nachbarpflanze ausreichend groß bemessen sein. Bei den kleineren wie Schneeglöckchen oder Traubenhyazinthe sind zwei bis fünf Zentimeter und bei den etwas höheren wie der Narzisse fünf bis zehn Zentimeter ausreichend.
Die Größe der Zwiebel bestimmt die Pflanztiefe. Das Pflanzloch sollte daher etwa zwei- bis dreimal so tief sein wie die Zwiebel hoch ist. Achten Sie darauf, dass die Spitze der Zwiebel, die Triebknospe, immer nach oben zeigt. Anschließend diese mit Humus angereicherter Gartenerde bedecken, leicht andrücken und gut wässern. In Regionen mit besonders strengen Bodenfrösten kann eine Laubschicht schützend wirken. […]


Tulpen bevorzugt

In vielen Regionen machen Wühlmäuse den Blumenzwiebeln und damit auch dem Gärtner schwer zu schaffen. Narzisse oder Kaiserkrone schenken sie keine Beachtung, aber gerade Tulpenzwiebeln oder Krokussen können sie gefährlich nahe rücken. Und sind sie erst mal auf den Geschmack gekommen, ist es gar nicht so einfach, sie wieder loszuwerden. Dann heißt es nur noch hart durchgreifen: Kunststoffkörbe aus dem Fachhandel oder selbst gefertigte aus Kaninchendraht schützen hier recht zuverlässig.

erschienen in Landzauber N°1, Okt. 2012